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Bowen-Moves – Das Handwerkszeug

Die Arbeit am Körper besteht aus gezielt zusammengestellten Folgen von sanften, querverlaufenden Manipulationen des Gewebes (Muskel, -faszien, Sehnen und Bänder). Vorbereitend wird durch eine leichte Bewegung Hautspannung herausgenommen. Daraufhin werden die ausführenden Finger etwas gegen die im Move anvisierten Strukturen aufgekantet, und schließlich in gleichmäßiger Bewegung mit einem gewissen Druck über diese hinweg geführt. Wichtiger Bestandteil der Behandlung sind außerdem ausreichend lange Pausen. Ähnlich einer homöopathischen Mittelgabe, nach der man in der Regel einige Zeit einräumen muss, während der man das Mittel "laufen" lässt, benötigen Bowen-Moves zur Wirkungsentfaltung einen kurzen Zeitraum, während dem der Patient ruhig liegen bleibt, um dem Körper Gelegenheit zu geben die gegebene Information aufzunehmen und sinnvoll zu verarbeiten. Die Therapie leitet den Selbstheilungsprozess durch eine sehr rasche, tiefe Entspannung der betroffenen Strukturen und durch die Lösung energetischer Blockaden ein. 

 

 

Erklärungsansätze – Die Theorie

Es werden, u.a. von Medizinern in den USA, verschiedene wissenschaftliche Erklärungsansätze für die verblüffend tiefgreifende Wirkung der BowenTherapie diskutiert. Eine Theorie geht davon aus, dass die Bowen-Moves zur Rehydratation von lokal begrenzt dehydrierten Faszien führt, welche danach die strukturelle Grundlage einer Dysfunktion darstellen.
Ausserdem scheint die Verbindung zwischen dem Fasziensystem (einem den ganzen Körper durchziehenden kontinuierlichen und verzweigten System aus einer Art Frischhaltefolien, die verschiedene Funktionen erfüllt) und dem vegetativen Nervensystem eine große Erklärungskraft für die Beoabachtungen zu bieten, die BowenTherapeuten und Ihre Klienten weltweit täglich machen können.
Insgesamt gibt es sehr viele unterschiedliche Erklärungsmodelle, die sich häufig auch ergänzen. Die unterschiedlichen Schulen stellen zum Teil verschiedene Ansätze in den Vordergrund. Je nach Modell ergeben sich dadurch etwas voneinander abweichende Herangehensweisen in der Anwendung.

 

 

Spüren – Die Kunst

 Vor jeder Therapie steht die Untersuchung und die Diagnose. Die BowenTherapie verführt zur Behandlung ohne Diagnose weil sie so ein breites Wirkspektrum hat. In den Kursen sollten die Schüler immer wieder darauf hingewiesen werden, wie unerläßlich die Konzentration auf den Informationsfluss zwischen den behandelnden Händen und dem behandelten Gewebe/Organismus/Mensch ist. Neben dem klinisch diagnostischen Grundgerüst und den Kenntnissen von Pathologie und Physiologie, sollten wir dem palpierenden Spüren ein nicht zu unterschätzendes Potential beimessen. Es ermöglicht eine sinnvolle Diagnosestellung auch wenn die Symptomatik des individuellen Patienten durch das Raster der gängigen Kategorien fällt. Diese Palpationskunst lässt sich freilich nicht während eines Kurses "beibringen". Sie zu erlangen erfordert ständige Offenheit und Konzentration des Therapeuten in der Praxis, also eine langfristige bewußte Entwicklung. 


 

 

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